Gebiete, in denen die Grundlagen der Glaserzeugung - Holz und Quarz - in grossen Mengen vorkamen, waren auch jene Orte, wo sich eingewanderte Glasbläser niederließen.
Grossteils wurde die Glasindustrie von Gutsherrschaften angesiedelt, da mit grossen Waldbeständen und fleißigen Arbeitskräften aus den Gutshöfen besste Voraussetzungen dafür gegeben waren. Mit HOLZ baute man die Glashütten, beheizte die Schmelzöfen, gewann Holzasche und letztlich fand Holz auch als Verpackungsmaterial in Form von Kisten und Fässern seine Verwendung.
QUARZ als wichtigstes Rohmaterial, oder Kies, wie wir ihn hier nennen, durchzieht unser Waldviertel in breiten Bändern und reicht oft bis zur Ackererde empor.
|
Durchschnittlich war ein Glashütte 50 bis 60 Jahre in Betrieb, dann mussten neue Waldbestände aufgesucht werden. Die Glasbläser und ihre Sippen (Familien) wanderten dann mit den Arbeitern in eine andere Gegend.
Die abgeholzten, gerodeten Waldgebiete wurden teilweise wieder aufgeforstet. Die Glashütten wurden oft niedergebrannt, oder auch von den Gutsherren als Unterkunft für Holzarbeiter, Knechte und deren Familien verwendet. So entstanden Streusiedlungen und Dörfer, deren NAMEN eng mit der Glasindustrie verbunden sind:
Puchers wie POCHEN, Klas von GLAS, Hütte, Schlag, Hof, Thal, in denen auch oft die Namen der Gründer zu finden sind wie z.B. Ludwigsthal, Brennerhof, Karlstift, Mitterschlag, Fischbach, Angelbach, Hirschenwies, Schwarzau, Harmanschlag. Alt- und Neunagelberg werden von der Bevölkerung noch immer Alt- und Neuhütten genannt und bezeichnen somit den Entstehungsort einer weiteren Glashütte.
|